Gedenkfeier auf der Essener Hütte am 26. Juli 2009

Im Frühsommer 2009 wurde auf Initiative der Sektion Passeier des AVS (Alpenverein Südtirol) in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Naturparks Texelgruppe und der lokalen Forstbehörde ein Infopunkt am Standort der ehemaligen Essener Hütte (2405 m) errichtet und am 26. Juli 2009 im Rahmen einer kleinen Feier eingeweiht.

Quellen: Ein Teil der Bilder und Teile des Textes stammen vom Historischen Alpenarchiv München (www.historisches-alpenarchiv.org). Die übrigen Bilder und der Großteil des Textes stammen von Roman Pfitscher (St. Leonhard). Kapitel Touristensteig, Korrektur und Endgestaltung des gesamten Textes sowie Vorbereitung der Grafiken: Heinz Widmann (St. Leonhard). Übersetzung ins Italienische: Walter Innerhofer (Schenna), Übersetzung ins Englische: Dagmar Strottner (Ulfas/Moos).

Die 4 Gedenktafeln

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Fotosammlungen

Vorbereitung

Einweihung

alte Bilder

alte Karten

Essener Hütte aus der Vergessenheit geholt (Bericht aus der Tageszeitung Dolomiten, verfasst von Dr. Siegfried Innerhofer, 1. Vorsitzender der AVS-Sektion Passeier):
Am letzten Sonntag im Juli feierte die Sektion Passeier des AVS am Standort der ehemaligen Essener Hütte im Seebertal die Enthüllung eines Infopunktes. Die Feier stand unter dem Motto Aktion gegen das Vergessen im Gedenkjahr 2009 und wurde zu einem großen Vereinsfest.
Die Essener Schutzhütte (oberhalb des Seeber Sees) wurde 1903 von der Sektion Essen des DuÖAV erbaut und eingeweiht, nach dem 1. Weltkrieg enteignet und bis 1947 (abgebrannt) vom CAI Mailand geführt. Mehrere Aufbauversuche schlugen fehl. Heute kommt ein Wiederaufbau aus mehreren Gründen kaum noch in Frage. Damit der Standort dieser ehemals sehr beliebten Hütte nicht ganz in Vergessenheit gerät, hat die AVS-Sektion Passeier einen gemauerten Infopunkt mit vier Schautafeln aufgestellt. Diese sollen das Interesse des alpinhistorisch bedeutenden Platzes für die Nachwelt wach halten und den vielen Bergsteigern, Fernwanderern und Besuchern des Platzes die wichtigsten historischen Ereignisse rund um diesen Platz schriftlich präsentieren. Die Texte sind durchwegs dreisprachig.
Das Amt für Naturparkverwaltung Texelgruppe hat sich am Projekt durch Übernahme sämtlicher Maurer- und Zubringerarbeiten beteiligt. Dr. Anton Egger bedankte sich beim Baustellenleiter Erwin Pixner und den fleißigen Arbeitern.
Der gewählte Zeitpunkt ist nicht zufällig sondern absichtlich auf 2009 gesetzt worden, um zugleich die Verbundenheit mit dem benachbarten Ötztal, mit dem Passeier nicht erst seit 1809 sondern schon Jahrhunderte lang enge Bindungen hatte, auszudrücken.
Das Interesse an dieser Aktion war sichtlich groß: 200 Passeirer haben den Weg hinauf zum Miesbichl gefunden. Eine besondere Note erfuhr die Feier durch den Jägerchor St. Leonhard unter der Leitung von Albrecht Lanthaler.
Der Vorsitzende Siegfried Innerhofer konnte neben dem Bürgermeister Willi Klotz und den Vertretern der Naturparkverwaltung sowohl Vorstandsmitglieder der Sektion Innerötztal wie auch der Sektion Essen begrüßen.
Die feierliche Enthüllung nahm der Forstinspektor Dr. Reinald Tirler und der Bürgermeister von Moos Willi Klotz vor. Mit einem Umtrunk für alle endete der offizielle Teil, aber noch lange genossen die vielen Teilnehmer den Anblick der Seebergletscher an diesem herrlichen Tag bei Sonne pur. Vereinzelt kam auch der Wunsch auf, die Hütte möge doch wieder entstehen. Die Nostalgie ergriff nicht nur den Vorstand der Sektion Essen, Herrn Norbert Brauksiepe, auch einige Passeirer erzählten gerührt von ihren Erlebnissen als Arbeiter und Schmuggler in der Zeit vor 1947.
Der Vorsitzende informierte die interessierten Zuhörer über die Hüttenwirte, welche einer einzigen Familie entstammten: jene der Pfitscher, von denen vor allem der letzte unter dem Vulgonamen Locher Luis vielen noch bekannt ist. Dessen Enkel, Roman Pfitscher, Vorstandsmitglied in der Sektion und Initiator der gesamten Aktion sprach sodann über die Hüttengeschichte und den Werdegang des Infopunktes.